Katholische Pfarrkirche St. Elisabeth: Unterschied zwischen den Versionen
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Ein später angebrachtes '''Hängekreuz''' über dem Altarbereich setzt einen traditionellen Akzent und verändert die ursprünglich streng sachliche Raumwirkung | |||
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Aktuelle Version vom 4. Dezember 2025, 20:04 Uhr
Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die katholische Gemeinde St. Elisabeth wurde am 7. Oktober 1903 eigenständig, als erstmals ein eigener Seelsorger – im damaligen Sprachgebrauch der Verwalter der Missionsvikarie – eingeführt wurde. Die Vikarie gehörte weiterhin zur Pfarrei Kamen und verfügte zunächst über keine eigene Vermögensverwaltung. Bis 1907 nutzte die Gemeinde einen Saal in einer Gastwirtschaft an der Töddinghauser Straße als Notkirche. Die einzige Glocke hing provisorisch an einem Gestell bei der alten Schule, mehrere Hundert Meter entfernt. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Bau zum geistlichen Zentrum der katholischen Bevölkerung Bergkamen-Mittes. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche jedoch schwer beschädigt und letztlich zerstört. Die Gemeinde wich nach Kriegsende auf provisorische Räume aus – ein Zustand, der viele Jahre anhielt. In den 1950er- und frühen 1960er-Jahren entschied man sich, die alte Kirche nicht wiederaufzubauen, sondern einen neuen Kirchenraum zu schaffen, der den pastoralen Erfordernissen und liturgischen Entwicklungen der Zeit entsprach.

Die Elisabethkirche, benannt nach St. Elisabeth von Thüringen, Patronin der tätigen Nächstenliebe, sollte von Anfang an ein Ort sein, der Glauben und soziales Engagement verbindet.
Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die heutige St.-Elisabeth-Kirche wurde 1956–1957 nach Plänen des Architekten Otto Weicken (Unna) errichtet und 1958 konsekriert. Der Bau gehört zur Nachkriegsmoderne und zeigt eine sachliche, klare Formensprache. Der rote Klinkerbau ist durch rechteckige Lochfenster gegliedert und wird von flach geneigten Dächern abgeschlossen. Damit ist St. Elisabeth ein Beispiel für die Kirchenbau-Moderne der 1960er-Jahre, die sich bewusst von traditionellen Formen löste und einen hellen, offenen, gemeinschaftsorientierten Gottesdienstraum schuf.
Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Mit dem Neubau der St.-Elisabeth-Kirche in den 1960er-Jahren erhielt die Gemeinde auch ein vollständig neues Glockengeläut. Die ursprünglichen Glocken der Vorkriegskirche waren im Zweiten Weltkrieg "verloren gegangen". Anstelle eines klassischen Turmes wurde – typisch für die Kirchenbau-Moderne – ein Glockenträger errichtet. Die klare Konstruktion steht südlich des Kirchengebäudes und ist bewusst als funktionales, nüchternes Element gestaltet. Er bildet einen deutlichen architektonischen Akzent und gehört zu den markanten Merkmalen des Neubaus.
Inneneinrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Innenraum ist als längliches Kirchenschiff gestaltet, das seitlich von niedrigen Seitengängen begleitet wird. Sieben Stufen führen vom Schiff hinauf in die Altarzone. Alle Elemente folgen einer klaren, zurückhaltenden Formensprache und sind auf den erhöhten Altarraum hin ausgerichtet.
Ein später angebrachtes Hängekreuz über dem Altarbereich setzt einen traditionellen Akzent und verändert die ursprünglich streng sachliche Raumwirkung
Im Jahr 1968 erhielt die Kirche eine neue liturgische Ausstattung: Der bestehende Hochaltar wurde durch einen freistehenden Volksaltar ersetzt, dazu schuf der Künstler Josef Baron einen neuen Ambo sowie eine Sakramentsstele für den Tabernakel.
Auf der Empore befindet sich die Orgel der Firma Sauer (1993) mit 39 Registern und 2.891 Pfeifen. Sie ist klanglich auf die Raumakustik der Kirche abgestimmt und spielt eine zentrale Rolle in der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste.
Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die St.-Elisabeth-Kirche besitzt eine bemerkenswerte Glasausstattung, die deutlich über ein „bisschen abstraktes Licht“ hinausgeht.
Im Seitenschiff befindet sich ein kompletter Kreuzweg in Glas, gestaltet von Wilhelm Rengshausen (Lünen) im Jahr 1957. Jede Station ist als eigenes Fenster ausgeführt (1.–14. Station). Technisch handelt es sich um Antikglas mit Bleifassung und Schwarzlotmalerei. Die Kreuzwegdarstellungen sind figürlich, klar komponiert und verbinden traditionelle Themen mit einer zurückhaltend modernen Formensprache.
Ergänzt wird dieser Zyklus durch ornamentale Glasfenster von Wilhelm Buschulte (1958 und 1971):
- Fenster im Obergaden (1958)
- Fenster auf der Empore (1958)
- eine Rosette auf der Empore (1971)
Sie arbeiten mit farbigem Antik- und Opalglas in Bleifassung und setzen vor allem rhythmische, abstrakte Ornamente, die den Raum gliedern und das Licht differenziert einfallen lassen. Im Chor finden sich zudem ornamentale Fenster (Antikglas/Blei/Betonformsteine) eines unbekannten Künstlers aus dem Jahr 1957, die den Altarbereich rahmen. Insgesamt entsteht so ein spannendes Zusammenspiel aus figürlicher Kreuzweg-Glasmalerei und abstrakter Ornamentik, das den Raum sowohl inhaltlich (Passionsgeschichte) als auch atmosphärisch prägt.
In der St.-Elisabeth-Kirche steht eine Elisabeth-Statue, die auf Initiative von Pastor Doppelfeld in die Gemeinde kam. Er hat die Figur für die Kirche angeschafft und damit bewusst einen Akzent gesetzt, der die Patronin der Gemeinde sichtbar und präsent macht. Die Statue zeigt Elisabeth von Thüringen in einer schlichten, würdevollen Darstellung. Typisch sind ein Brot / Geste des Teilens, eine freundliche, zugewandte Haltung, reduzierte, klare Formen, passend zur modernen Architektur der Kirche. Sie betont Elisabeths Rolle als Frau der Nächstenliebe und verbindet die Tradition der Gemeinde mit dem Selbstverständnis ihres Namenspatrons.
Kirche heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Heute ist die Elisabethkirche lebendig, aktiv und mitten im Gemeindeleben der Pfarrei Heilig Geist Bergkamen.
Regelmäßig finden statt:
- Sonntagsgottesdienste
- Kinder- und Familienkirche
- Erstkommunion- und Firmvorbereitung
- kfd- und Seniorentreffen
- Konzerte, Chorproben und besondere liturgische Feiern
Die Kirche ist außerdem ein Ort der Begegnung – manchmal geistlich, manchmal musikalisch, manchmal kaffeeträchtig
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Oesterlen, Dieter: Kirchenbau und Raumgestaltung der Moderne. Stuttgart 1970.
- Hennecke, Hans-Georg: Gestalt und Geist. Evangelische und katholische Kirchenbauten im Ruhrgebiet 1945–1980. Essen 2008.
- Reinhardt, Klaus: Kirchenbau der Moderne in NRW. Köln 1995.
- Schmitz, Rita: Konfessionen, Kirchen und Gemeinden in Bergkamen. Ein Überblick. Bergkamen 2002.
- Katholische Kirche in Bergkamen (Hg.): Pfarrnachrichten Heilig Geist Bergkamen. Laufende Ausgaben.
- Kath. Kirchengemeinde St. Elisabeth (Hg.): Festschrift zur Einweihung 1968. Weddinghofen 1968.
- Kreisdekanat Unna (Hg.): 50 Jahre Katholische Gemeinde in Bergkamen. Unna 1999.
- Wikipedia: St. Elisabeth (Bergkamen)
- Katholische Kirche in Bergkamen: https://www.katholische-kirche-in-bergkamen.de