Friedenskirche: Unterschied zwischen den Versionen

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Das sollte aber niemanden wundern: Die Gemeinde lebte damals ganz nach der Jahreslosung ''„Vergesst nicht Gutes zu tun…“'' – und half erst anderen, bevor sie sich selbst etwas gönnte.
Das sollte aber niemanden wundern: Die Gemeinde lebte damals ganz nach der Jahreslosung ''„Vergesst nicht Gutes zu tun…“'' – und half erst anderen, bevor sie sich selbst etwas gönnte.


== 1. Geschichte ==
== Geschichte ==
Nach der kommunalen Neuordnung 1966 wurde Bergkamen größer, vielfältiger, städtischer – und die evangelische Gemeinde platzte bald aus allen Nähten. Bereits '''1971''' wurde die Gründung der „Friedenskirchengemeinde“ beschlossen, '''1975''' kaufte man das Grundstück. Das Presbyterium entschied sich 1980 endgültig für den Neubau. Und weil man früh das Motto „Qualität statt Größe“ hörte, wurde ein '''mehrzweckorientierter Bau''' realisiert, der als Symbol des Zusammenwachsens gebaut wurde.
Nach der kommunalen Neuordnung 1966 wurde Bergkamen größer, vielfältiger, städtischer – und die evangelische Gemeinde platzte bald aus allen Nähten. Bereits '''1971''' wurde die Gründung der „Friedenskirchengemeinde“ beschlossen, '''1975''' kaufte man das Grundstück. Das Presbyterium entschied sich 1980 endgültig für den Neubau. Und weil man früh das Motto „Qualität statt Größe“ hörte, wurde ein '''mehrzweckorientierter Bau''' realisiert, der als Symbol des Zusammenwachsens gebaut wurde.


→ Ein Pfarrbezirk gehörte zu Bergkamen, der andere ursprünglich zu Weddinghofen.
→ Ein Pfarrbezirk gehörte zu Bergkamen, der andere ursprünglich zu Weddinghofen.


== 2. Architektur ==
== Architektur ==
Die Architekten '''Krug und van der Minde (Hagen)''' entwarfen ein Gebäude, das sich weigerte, eine klassische Kirche zu sein. Stattdessen bekam Bergkamen eine '''Kirche mit Innenhof, Gruppenräumen, Jugendbereich''' und – natürlich – einem Kirchsaal. Alles auf verschiedenen Ebenen. Eine Art ''„multifunktionales Gemeindezentrum mit Altar-Upgrade“''.
Die Architekten '''Krug und van der Minde (Hagen)''' entwarfen ein Gebäude, das sich weigerte, eine klassische Kirche zu sein. Stattdessen bekam Bergkamen eine '''Kirche mit Innenhof, Gruppenräumen, Jugendbereich''' und – natürlich – einem Kirchsaal. Alles auf verschiedenen Ebenen. Eine Art ''„multifunktionales Gemeindezentrum mit Altar-Upgrade“''.
Den theologischen Zeitgeist nahmen die Architekten ernst:
Den theologischen Zeitgeist nahmen die Architekten ernst:
'''Altar und Kanzel bzw. Lesepult auf Augenhöhe,''' es gab nur eine Stufe. Gott spricht eben nicht mehr „von oben herab“.
'''Altar und Kanzel bzw. Lesepult auf Augenhöhe,''' es gab nur eine Stufe. Gott spricht eben nicht mehr „von oben herab“.


== 3. Inneneinrichtung ==
== Inneneinrichtung ==
Alle Prinzipalstücke – '''Altar, Kanzel, Taufbecken''' – bestehen aus '''alten Spurlatten aus dem Bergbau''', die die Gemeinde solidarisch geschrubbt hat, bis kein Krümel Kohle mehr dran war. Wer das schafft, der lässt sich auch von strukturellen Problemen beim Kirchbau nicht mehr entmutigen. Das '''Kreuz''' dagegen wurde aus '''neuen''' Spurlatten gebaut – als Symbol für Bergkamens Wandel nach dem Ende des Steinkohlebergbaus.
Alle Prinzipalstücke – '''Altar, Kanzel, Taufbecken''' – bestehen aus '''alten Spurlatten aus dem Bergbau''', die die Gemeinde solidarisch geschrubbt hat, bis kein Krümel Kohle mehr dran war. Wer das schafft, der lässt sich auch von strukturellen Problemen beim Kirchbau nicht mehr entmutigen. Das '''Kreuz''' dagegen wurde aus '''neuen''' Spurlatten gebaut – als Symbol für Bergkamens Wandel nach dem Ende des Steinkohlebergbaus.


== 4. Glocken ==
== Glocken ==
Die Friedenskirche Bergkamen erhielt ihr fünfstimmiges Geläut erst am '''1. Advent 1996''', vierzehn Jahre nach der Einweihung der Kirche im Jahr 1982. Die späte Installation war das Ergebnis eines langen Spendenprozesses, den besonders Pfarrer '''Erhard Kayser''' mit großem Engagement vorantrieb. Unter anderem ließ er kleine Messingglocken gießen, die als frühe Form des „Gemeinde-Merchandisings“ verkauft wurden; der gesamte Erlös floss in die Glockenkasse.
Die Friedenskirche Bergkamen erhielt ihr fünfstimmiges Geläut erst am '''1. Advent 1996''', vierzehn Jahre nach der Einweihung der Kirche im Jahr 1982. Die späte Installation war das Ergebnis eines langen Spendenprozesses, den besonders Pfarrer '''Erhard Kayser''' mit großem Engagement vorantrieb. Unter anderem ließ er kleine Messingglocken gießen, die als frühe Form des „Gemeinde-Merchandisings“ verkauft wurden; der gesamte Erlös floss in die Glockenkasse.


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Damit verbinden die Glocken der Friedenskirche lokale Geschichte, künstlerische Gestaltung und theologisches Symbolgut zu einem einzigartigen Ensemble.
Damit verbinden die Glocken der Friedenskirche lokale Geschichte, künstlerische Gestaltung und theologisches Symbolgut zu einem einzigartigen Ensemble.


== 5. Kunst ==
== Kunst ==
Künstlerische Beiträge prägen die Kirche seit Beginn:
Künstlerische Beiträge prägen die Kirche seit Beginn:


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* Später: neue Fensterentwürfe von '''Günther Grohs''', um den Kirchraum „innovativer zu beleuchten“.
* Später: neue Fensterentwürfe von '''Günther Grohs''', um den Kirchraum „innovativer zu beleuchten“.


== 6. Die Kirche heute ==
== Die Kirche heute ==
Die Friedenskirche wurde ein Treffpunkt für:
Die Friedenskirche wurde ein Treffpunkt für: