Stolpersteine in Bergkamen
Das Projekt Stolpersteine Bearbeiten
Überall in Europa erinnern sich Menschen an verschiedenen Orten an die Opfer des Nationalsozialismus. Ein Teil dieser europäischen Erinnerungskultur wird von den sogenannten STOLPERSTEINEN ausgefüllt.
Diese Gedenksteine sind 96 x 96 x 100 mm große Messingplatten, gegossen in einem Betonblock, die vor den Wohnhäusern angebracht werden, in denen die Opfer des Nationalsozialismus zuletzt freiwillig lebten. Sie erinnern dort dann mit den einleitenden Worten „Hier wohnte“ an die verfolgten und ermordeten Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen.
Initiator der gold-glänzenden STOLPERSTEINE ist der Künstler Gunter Demnig, der die Idee zu den STOLPERSTEINEN einst 1992/93 hatte. Inzwischen sorgt ein dreizehnköpfiges Team rund um den Künstler dafür, dass jedes Schicksal sorgfältig recherchiert und jeder Stein würdig platziert wird.
Die Initiatoren wollen gegen die Massenvernichtung durch die Nationalsozialisten argumentieren, indem sie den gepeinigten Menschen ihren Namen, ihr Gesicht und einen Platz in der Mitte der Gesellschaft wieder zurückgeben. Bisher wurden Stolpersteine in folgenden Ländern verlegt: Österreich, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Lichtenstein, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Republik Moldau, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, der Ukraine und Ungarn.
Das Projekt ist im August 2024 auf über 107.000 verlegte Steine in fast 1900 Kommunen angewachsen. [1]
Kritik am Projekt Stolpersteine Bearbeiten
Obgleich Stolpersteine aus vielen deutschen Städten nicht mehr wegzudenken sind, bleiben sie dennoch nicht unumstritten. Dabei wird des Öfteren insbesondere der Vorwurf der Würdelosigkeit erhoben, da die Namen der Holocaust-Opfer im Dreck lägen oder mit Füßen getreten würden. Diesen Standpunkt vertritt unter anderem die langjährige Vorsitzende der Israelischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch. Daher sind in München und Umgebung keine Stolpersteine verlegt worden.
Zudem wird die Kommerzialisierung des Projekts, sowie dessen Monopolstellung innerhalb des Erinnerungskultur kritisch hinterfragt.