Katholische Pfarrkirche St. Elisabeth
Geschichte
Die Geschichte der St.-Elisabeth-Kirche beginnt im frühen 20. Jahrhundert, als Bergkamen durch den Bergbau schnell anwuchs. Mit den neuen Zechen kamen viele katholische Arbeiterfamilien in den Ort – und damit der Bedarf nach einer eigenen Pfarrkirche im entstehenden Bergkamen-Mitte. In den 1920er-Jahren wurde an heutiger Stelle die erste St.-Elisabeth-Kirche errichtet. Sie war ein traditioneller Backsteinbau mit klassischem Langhaus, Turmakzent und klarer Gliederung – ein Kirchenbau, wie er für die wachsenden Ruhrgebietsgemeinden dieser Zeit typisch war. Der Bau diente über Jahrzehnte als geistliches Zentrum des jungen Stadtteils. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche schwer beschädigt. Bombentreffer zerstörten große Teile des Gebäudes, sodass es nicht mehr genutzt werden konnte. Die Gemeinde wich nach Kriegsende auf provisorische Räume aus – ein Zustand, der viele Jahre anhielt. In den 1950er- und frühen 1960er-Jahren entschied man sich, die alte Kirche nicht wiederaufzubauen, sondern einen neuen Kirchenraum zu schaffen, der den pastoralen Erfordernissen und liturgischen Entwicklungen der Zeit entsprach.
Die Elisabethkirche in Bergkamen, benannt nach St. Elisabeth von Thüringen, Patronin der tätigen Nächstenliebe, sollte von Anfang an ein Ort sein, der Glauben und soziales Engagement verbindet.
Architektur
Die Ursprünge der katholischen Gemeinde in Bergkamen-Mitte reichen ins frühe 20. Jahrhundert zurück, als Bergbau und Bevölkerungswachstum den Bau einer eigenen Kirche notwendig machten. In den 1920er-Jahren entstand an heutiger Stelle die erste Elisabethkirche, ein traditioneller Backsteinbau mit klassischem Langhaus und Turmakzent – typisch für die Kirchenneubauten der jungen Ruhrgebietsgemeinden.
Im Zweiten Weltkrieg wurde diese Kirche schwer beschädigt und schließlich unbrauchbar. Die Gemeinde wich jahrelang auf provisorische Räume aus. In den 1950er- und frühen 1960er-Jahren entschied man sich bewusst gegen einen Wiederaufbau der alten Kirche und für einen modernen Neubau.
Der heutige Bau wurde 1965–1968 errichtet und folgt der liturgischen und architektonischen Erneuerung der Zeit:
- ein markantes Zeltdach als prägende Form,
- klare Sichtachsen, reduzierte Materialien und
- ein freistehender Glockenträger statt eines Turms.
Damit ist St. Elisabeth ein Beispiel für die Kirchenbau-Moderne der 1960er-Jahre, die sich bewusst von traditionellen Formen löste und einen hellen, offenen, gemeinschaftsorientierten Gottesdienstraum schuf.
Glocken
Mit dem Neubau der St.-Elisabeth-Kirche in den 1960er-Jahren erhielt die Gemeinde auch ein vollständig neues Glockengeläut. Die ursprünglichen Glocken der Vorkriegskirche waren im Zweiten Weltkrieg "verloren gegangen". Anstelle eines klassischen Turmes wurde – typisch für die Kirchenbau-Moderne – ein freistehender Glockenträger errichtet. Die klare, offene Konstruktion aus Stahl bzw. Stahlbeton steht wenige Meter südlich des Kirchengebäudes und ist bewusst als funktionales, nüchternes Element gestaltet. Er bildet einen deutlichen architektonischen Akzent und gehört zu den markanten Merkmalen des Neubaus von 1968.
Kunst
Glasmalerei
Die St.-Elisabeth-Kirche besitzt eine bemerkenswerte Glasausstattung, die deutlich über ein „bisschen abstraktes Licht“ hinausgeht.
Im Seitenschiff befindet sich ein kompletter Kreuzweg in Glas, gestaltet von Wilhelm Rengshausen (Lünen) im Jahr 1957. Jede Station ist als eigenes Fenster ausgeführt (1.–14. Station). Technisch handelt es sich um Antikglas mit Bleifassung und Schwarzlotmalerei. Die Kreuzwegdarstellungen sind figürlich, klar komponiert und verbinden traditionelle Themen mit einer zurückhaltend modernen Formensprache.
Ergänzt wird dieser Zyklus durch ornamentale Glasfenster von Wilhelm Buschulte (1958 und 1971):
- Fenster im Obergaden (1958)
- Fenster auf der Empore (1958)
- eine Rosette auf der Empore (1971)
Sie arbeiten mit farbigem Antik- und Opalglas in Bleifassung und setzen vor allem rhythmische, abstrakte Ornamente, die den Raum gliedern und das Licht differenziert einfallen lassen. Im Chor finden sich zudem ornamentale Fenster (Antikglas/Blei/Betonformsteine) eines unbekannten Künstlers aus dem Jahr 1957, die den Altarbereich rahmen. Insgesamt entsteht so ein spannendes Zusammenspiel aus figürlicher Kreuzweg-Glasmalerei und abstrakter Ornamentik, das den Raum sowohl inhaltlich (Passionsgeschichte) als auch atmosphärisch prägt.
In der St.-Elisabeth-Kirche steht eine Elisabeth-Statue, die auf Initiative von Pastor Doppelfeld in die Gemeinde kam. Er hat die Figur für die Kirche angeschafft und damit bewusst einen Akzent gesetzt, der die Patronin der Gemeinde sichtbar und präsent macht. Die Statue zeigt Elisabeth von Thüringen in einer schlichten, würdevollen Darstellung. Typisch sind:
- ein Brot / Geste des Teilens,
- eine freundliche, zugewandte Haltung,
- reduzierte, klare Formen, passend zur modernen Architektur der Kirche.
Sie betont Elisabeths Rolle als Frau der Nächstenliebe und verbindet die Tradition der Gemeinde mit dem Selbstverständnis ihres Namenspatrons.
Kirche heute
Heute ist die Elisabethkirche lebendig, aktiv und mitten im Gemeindeleben der Pfarrei Heilig Geist Bergkamen.
Regelmäßig finden statt:
- Sonntagsgottesdienste
- Kinder- und Familienkirche
- Erstkommunion- und Firmvorbereitung
- kfd- und Seniorentreffen
- Konzerte, Chorproben und besondere liturgische Feiern
Die Kirche ist außerdem ein Ort der Begegnung – manchmal geistlich, manchmal musikalisch, manchmal kaffeeträchtig
Literatur
- Oesterlen, Dieter: Kirchenbau und Raumgestaltung der Moderne. Stuttgart 1970.
- Hennecke, Hans-Georg: Gestalt und Geist. Evangelische und katholische Kirchenbauten im Ruhrgebiet 1945–1980. Essen 2008.
- Reinhardt, Klaus: Kirchenbau der Moderne in NRW. Köln 1995.
- Schmitz, Rita: Konfessionen, Kirchen und Gemeinden in Bergkamen. Ein Überblick. Bergkamen 2002.
- Katholische Kirche in Bergkamen (Hg.): Pfarrnachrichten Heilig Geist Bergkamen. Laufende Ausgaben.
- Kath. Kirchengemeinde St. Elisabeth (Hg.): Festschrift zur Einweihung 1968. Weddinghofen 1968.
- Kreisdekanat Unna (Hg.): 50 Jahre Katholische Gemeinde in Bergkamen. Unna 1999.
- Wikipedia: St. Elisabeth (Bergkamen)
- Katholische Kirche in Bergkamen: https://www.katholische-kirche-in-bergkamen.de