Zum Deutschen Eck

Zum Deutschen Eck
„Zum Deutschen Eck“ ist ein denkmalgeschütztes Wohn- und Gasthaus an der Landwehrstraße 20 in Bergkamen . Das markante Eckgebäude an der Kreuzung Landwehrstraße/Bambergstraße wurde 1912/13 als Gaststättenbau errichtet und prägte über Jahrzehnte das öffentliche Leben in Bergkamen als Versammlungs- und Begegnungsort.
Geschichte
Der Bau entstand 1912/13 mit dem Ziel, von Beginn an eine Gaststätte zu beherbergen. Bauherr war Heinrich Güldenhaupt, die Planung wird den Architekten D. und K. Schulz zugeschrieben. 1914 eröffnete die Familie Krafft die Gaststätte unter dem Namen „Zum Deutschen Eck“.
In der jüngeren Vergangenheit steht das Haus erneut im Fokus der Öffentlichkeit: Lokale Berichte schildern einen schwierigen Spagat zwischen Sanierungsabsichten, planungsrechtlichen Vorgaben und Denkmalschutz – ein typisches Dilemma, wenn historische Substanz und neue Nutzungen zusammenfinden sollen.
Architektur und Nutzungskonzept
„Zum Deutschen Eck“ ist ein zweigeschossiger Bau mit teilweise ausgebautem Dachgeschoss. Typisch sind Dachgiebel und eine Dachgaube (Nordseite) sowie Erker und Balkon (Südseite). Im Erdgeschoss lagen Küche und Gasträume, darüber Gäste- und Privaträume. Charakteristisch sind zudem die rote Tonpfannendeckung und die – weitgehend erhaltene – ursprüngliche Fassadengliederung.
Denkmalschutz und Denkmalwert
Das Gebäude ist als Baudenkmal eingetragen (Denkmalliste Bergkamen: BK8, Eintragung 14.03.1997). Schutzgegenstand ist das Gebäude einschließlich erhaltener baufester Ausstattung (u. a. Treppe, Türen, Fenster, Fußböden, Verkleidung im Schankraum). Nicht Teil des Schutzumfangs ist der rückwärtige, mehrfach veränderte kleine Wirtschaftsanbau. (bergkamen.de)
Begründet wird die Unterschutzstellung mit einem öffentlichen Interesse an Erhaltung und Nutzung: Das Haus gilt als wichtiger stadtgeschichtlicher Versammlungsort, als prägend für den Straßenkreuzungsbereich sowie als architekturgeschichtlich bedeutendes Zeugnis der baulichen Entwicklung vor dem Ersten Weltkrieg. (Wa.de)
Rechtlicher Rahmen ist das Denkmalschutzgesetz NRW; dort wird u. a. klargestellt, dass zu Baudenkmälern auch historische Ausstattungsstücke gehören können, sofern sie mit dem Denkmal eine Einheit von Denkmalwert bilden.
Erhaltungszustand und Veränderungen
Nach den überlieferten Eintragungsangaben befindet sich das Haus weitgehend im Originalzustand und weist eine Vielzahl erhaltener Details auf – etwa ursprüngliche Eingangstüren mit dekorierten Rundbogen-Oberlichtern sowie Holzfenster mit historischer Gliederung. Spätere Eingriffe betreffen vor allem einzelne Fenstererneuerungen und kleinere Grundrissanpassungen im Erdgeschoss (Entfernung einzelner Zwischenwände).
Bedeutung im Stadtbild
Gerade weil Bergkamen vergleichsweise wenige Baudenkmäler besitzt, fällt „Zum Deutschen Eck“ im Stadtbild besonders auf: Als Eckhaus mit repräsentativer Gestalt setzt es bis heute einen visuellen Akzent an einem verkehrs- und stadtgeschichtlich wichtigen Knotenpunkt.
Literatur und Quellen
- LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen (LWL-DLBW): KlaraDelos – Fachdatenbank der Denkmalpflege. Schriftstück / Eintragungsbescheid zu „Zum Deutschen Eck“, Landwehrstraße 20, Bergkamen; Klara-ID 6955, Denkmalliste Bergkamen (BK8), Eintragung 14.03.1997. Stand: 27.12.2025.
- Stadt Bergkamen: Übersichtsplan der Bau- und Bodendenkmäler (PDF). (führt das Objekt als BK8, Bauzeit 1912/13, Unterschutzstellung 14.03.1997).
- Wikipedia: Liste der Baudenkmäler in Bergkamen (Objekt „Wohn- und Gasthaus Zum Deutschen Eck“, Landwehrstraße 20, BK8).
- Westfälischer Anzeiger (WA): Berichte zur aktuellen Situation, Nutzungsideen und Eintragungsbegründung (u. a. „wichtiges Zeugnis … vor dem Ersten Weltkrieg“).
- Land NRW (recht.nrw.de): Denkmalschutzgesetz NRW, § 2 (Begriffsbestimmungen).