Auferstehungskirche
1. Geschichte
Weddinghofen war über viele Jahrhunderte kirchlich nach Methler orientiert – eine kleine Bauernschaft, evangelisch seit 1559/60, aber mit einem Kirchenweg, der gefühlt immer bergauf führte. Für Kinder war der Weg zum Konfirmandenunterricht so legendär, dass später manche sagten: „Das war Pilgerreise, nicht Unterricht.“
Mit der Industrialisierung wuchs Weddinghofen, und Gottesdienste im Saal der Gastwirtschaft Kluthe wurden zur pragmatischen Lösung: Theologie zwischen Bierdeckeln und Bockwürsten.
Das schwere Grubenunglück von Grimberg III/IV im Februar 1946, bei dem 405 Bergleute starben, erschütterte die gesamte Gemeinde. Fast jede Familie war betroffen. Umso bedeutungsvoller wurde das Osterfest 1947 in einer Schulbaracke – ein Moment echter Hoffnung, der den Namen der späteren Kirche prägte: Auferstehungskirche.

1953 wurde der Grundstein gelegt – ein Stein aus dem Gewölbe der Methleraner Margaretenkirche, also „erfahrenes Baumaterial“. Bereits im Juni 1954 stand die Kirche fertig da. Pfarrer Störmer, Gerlach, Meier und Sieffers prägten die ersten Jahrzehnte; heute wirkt Pfarrer Christoph Maties.
2. Architektur
Die Auferstehungskirche ist eine typische Parabelkirche: Die Holzbinder laufen elegant nach oben zusammen und formen ein Zelt aus Licht und Geborgenheit. Kein Prunk, kein Übermaß, sondern die protestantische Kerntugend: Klarheit mit Herz.
3. Inneneinrichtung
Der Innenraum ist hell, warm und aufgeräumt. Altar, Kanzel und Taufstein stehen in klarer liturgischer Ordnung, ohne ablenkende Nebenschauplätze. Der Taufstein (Kürten, 1960) zeigt den Guten Hirten – beruhigend für Eltern, deren Täufling gerade beschließt, lautstark mitzuwirken. Die Bestuhlung ist auf den Altar ausgerichtet und überraschend bequem. Manche behaupten, ein langer Gottesdienst fühle sich hier kürzer an – möglicherweise wegen des Lichts der Fenster, das zu freundlichem Tagträumen einlädt.
4. Glocke
Im Dachreiter hängt die ehemalige Gutsglocke aus Velmede. Sie hat Karriere gemacht: vom Hofsignal zur Gemeindeglocke. Ihr Klang begleitet Weddinghofen seit Jahrzehnten.
5. Kunst
Taufstein
Der Bildhauer Carl Ernst Kürten gestaltete 1960 den Taufstein mit dem Motiv des Guten Hirten – ein klassisches Symbol für Fürsorge, Führung und Hoffnung.
Orgel
Die Orgel von 1965 ist klangstark und stimmfreudig.
Fenster
Die farbige Verglasung von Heinz Lilienthal (1977) ist das künstlerische Highlight der Kirche. Seine Fenster zeigen im Altarraum das Himmlische Jerusalem mit dem Lamm Gottes – ein eindrucksvolles Bild, das manche Besucher ehrfürchtig bestaunen. Tagsüber wandert das Licht in farbigen Flächen durch den Raum.
6. Kirche heute
Mit über 70 Jahren ist die Auferstehungskirche erstaunlich lebendig: Gottesdienste, Kinderkirche, Chöre, Gruppen, Konfi-Arbeit, Feste – der Kalender ist voll.