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Städtisches Gymnasium Bergkamen

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Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Städtische Gymnasium Bergkamen ist das einzige Gymnasium der Stadt Bergkamen, Kreis Unna. Es befindet sich seit 1969 an der Hubert-Biernat-Straße 1 im Ortsteil Weddinghofen.

Geschichte der Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und Baugeschichte (1965-1979)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der bevorstehenden Gründung der Stadt Bergkamen im Jahr 1966, wurde im Vorfeld dem Wunsch vieler Bergkamener Eltern und Schülern entsprochen, ein Gymnasium innerhalb des neuen Stadtgebiets einzurichten. Bis dahin mussten Bergkamener Gymnasiasten den Weg nach Dortmund, Lünen oder Werne antreten.

Am 22.04.1965 war es dann schließlich soweit. Der erste Schultag, zu dieser Zeit begann das Schuljahr noch nach den Osterferien, als mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium in Obhut des Landes Nordrhein-Westfalen konnte begangen werden. Er fand in einem Raum der Albert-Schweitzer-Schule, der späteren Friedrich-Harkort-Hauptschule, die in die heutige Willy-Brandt-Gesamtschule eingegliedert wurde, statt und dauerte lediglich 20 Minuten.

Für die erste Klasse am Gymnasium Bergkamen, im damaligen Sprech als Sexta bezeichnet, hatten sich 47 Schüler angemeldet. In der Folge seien Schüler abgewiesen worden, da es zu einer Überschreitung der erlaubten Klassengröße gekommen wäre. Fünf Oberadener Schüler sollten stattdessen nach Lünen gehen. Auch der Hellweger Anzeiger berichtete über diesen ersten „Skandal“ am Bergkamener Gymnasium. Einen Tag später stellte sich der Skandal allerdings als wenig skandalös heraus: Zwei Schülerinnen gingen aus freien Stücken nach Lünen. Die anderen drei Schüler wurden schlussendlich am Gymnasium aufgenommen. So bestand die erste Klasse am Gymnasium aus 45 Schüler, nachdem der Schule erlaubt worden war, die Höchstanzahl von 40 Schülern+ 10% pro Klasse zu überschreiten.

Doch das Gymnasium blieb nicht lange am Friedrichsberg. Im Schuljahr 1965/66 und im ersten Kurzschuljahr 1966 bot die Freiherr-vom-Stein-Realschule Platz für zunächst einen und später drei Klassenräume des Gymnasiums. In einem Raum neben dem Sekretariat der Realschule hatte das Gymnasium Lehrerzimmer, Sekretariat und Schulleiterzimmer untergebracht. Das Kollegium bestand zu dieser Zeit nur aus zwei Lehrkräften: Der Schulleiterin Frau Ilse Thüner-Holz und dem späteren Schulleiter Herrn Karl Jüdes.

Aber auch dieses Provisorium blieb nicht von langer Dauer und wurde sodann durch ein neues ersetzt. Im zweiten Kurzschuljahr 1966 konnte das Gymnasium zumindest eigene Räumlichkeiten beziehen, allerdings handelte es sich dabei um transportable Behelfskästen, scherzhaft „Pavillons“ oder „Baracken“ genannt. Aufgrund des steigenden Platzbedarfs wuchs die „Pavillon-Stadt“ rasch an. Sie fand Platz auf dem Gelände der Nordbergschule. Zu dieser Zeit wurde aber zusätzlich auch weiterhin auf die Fachräume der Realschule zurückgegriffen.

Nichtsdestotrotz blieb der Wunsch nach eigenen, festen Räumlichkeiten bestehen. 1968 konnte dann schließlich, nachdem das Land Nordrhein-Westfalen die nötigen Mittel zur Verfügung hatte, mit dem Bau des ersten Abschnitts (heutiger B-Trakt) an bis heute bekannter Stelle, der Hubert-Biernat-Straße 1 begonnen werden. Der für den Beginn des Schuljahres 1969/70 geplante Bezug des Gebäudes verzögerte sich allerdings, da das Gebäude erst nach den Herbstferien bezogen werden konnte. So opferten Schüler und Lehrer ihre Ferien und halfen bei der Ausstattung des neuen Gebäudes. Über diesen Einsatz wusste auch der Hellweger Anzeiger zu berichten. Parallel dazu wurde auch die Turnhalle I errichtet. Allerdings verfügte der erste Bauabschnitt über lediglich 11 Klassenräume, obwohl es bereits 13 Klassen gab, so musste schlussendlich wieder zum Teil auf die „Baracken“ zurückgegriffen werden.

Im Schuljahr 1970/71 waren die Klassen mit 44 Schüler überfüllt, die Schule forderte eine Klassenteilung, doch die Absage des Landes kam mit einer wohlbekannten Begründung: Lehrermangel. Im Mai 1971 war dann endlich auch der zweite Bauabschnitt (C-Trakt) bezugsfertig. Hierin befanden sich das Lehrerzimmer, 15 Klassenräume und das Sprachlabor.

1973 legte dann der erste Abiturjahrgang das Reifezeugnis am Bergkamener Gymnasium ab. Im selben Jahr konnte der dritte Bauabschnitt (A-Trakt nebst PZ) bezogen werden. Das gesamte Bauvorhaben (A-, B-, C-Trakt + Turnhalle I) kostete das Land Nordrhein-Westfalen über 10 Millionen D-Mark. Kein Wunder, dass sich da auch der damalige Landesfinanzminister Wertz ein Bild von der Lage vor Ort machte. Seine Ankunft mit einem Hubschrauber sorgte für ein großes Echo, auch in der örtlichen Presse. In diesem Jahr übernahm dann auch die Stadt Bergkamen die Trägerschaft des Gymnasiums und baute als „Willkommensgeschenk“ die Turnhalle II.

Die stetig steigende Schülerzahl erforderte die Errichtung eines vierten Gebäudes (D-Trakt). Baubeginn war im Frühjahr 1978, am 22.09.1979 konnte auch dieser Gebäudeteil bezogen werden. Zum damaligen Zeitpunkt besuchten 1156 Schüler das Gymnasium. Diese Zahl wurde erst wieder im Schuljahr 2011/12 erreicht.

Schulleitungen am Städtischen Gymnasium Bergkamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch wenn das Gymnasium auf eine sechzigjährige Historie zurückblicken kann, so fällt auf, dass die Anzahl der Direktoren mit sieben doch relativ limitiert ist, schließlich ergibt das eine durchschnittliche Amtsperiode von circa 8,5 Jahren. Sicherlich ist diese verglichsweise geringe Fluktuation auf dem Chefsessel auf die gute Arbeitsatmosphäre in puncto Lehrerkollegen, Schüler und Eltern zurückzuführen.

Die erste Schulleiterin war mit Ilse Thüner-Holz von 1965-1967 eine Frau, was für die damalige Zeit doch schon recht fortschrittlich anmaßt. Die erfahrene Pädagogin für die Fächer Latein und Englisch wurde von der Landesregierung, die sich damals noch für die Geschicke des Gymnasiums verantwortlich zeichnete, für einen reibungslosen Gründungsablauf instruiert. Den Umzug an die Hubert-Biernat-Straße erlebte sie hingegen nicht mehr als Hauptverantwortliche, denn sie wechselte als Schulleiterin an ein Mädchengymnasium in Herne.

Das Zepter übernahm von ihr der bisherige Stellvertreter Karl Jüdes, der über die folgenden zwei Dekaden das Gymnasium maßgeblich prägte. Er hatte die Spitzenposition bis 1989 inne. In seine Amtszeit fallen der Umzug an die Hubert-Biernat-Straße und die Errichtung der Erweiterungsbauten, die bis 1979 anhielt. Auch die Einrichtung des Sprachlabors und erster Fachräume im Bereich der Informationstechnik, sowie die Anschaffung und Nutzung von Rechnern in der Verwaltung fielen in seine Amtszeit. Nach seiner Pensionierung im Jahr 1989 hielt der Niederadener weiter den Kontakt zu seiner ehemaligen Wirkungsstätte. Er verstarb 2018 im Alter von 89 Jahren.

Auf ihn folgte wiederum sein Stellvertreter Adalbert Horstmann, der bis 2001 die Zügel des Städtischen Gymnasiums in den Händen hielt. In die Zeit des Mathe- und Physiklehrers fielen die Gründung der Mensa, als auch Umbaumaßnahmen im Gebäude. Auch der Unnaraner hielt bis zu seinem Tod im Jahr 2022 Kontakt zum Gymnasium, unter anderem war er im Förderverein des Gymnasiums und des Bachkreises aktiv. Letzterer lag ihm bis zum Schluss am Herzen, so wurde noch bei seiner Trauerfeier um eine Spende zu Gunsten des Bachkreises gebeten.

Auf ihn folgte mit Monika Sowa-Erling, heutige Sowa-Dingemann erstmals eine schulexterne Nachfolgerin, die sich bis 2009 für die Geschicke des Gymnasiums verantwortlich zeigte. Die Oberstudiendirektorin mit den Fächern Deutsch und Chemie hatte vor allem mit umfangreichen Umbauten im Zuge der Kontamination durch PCB zu kämpfen. Hervorzuheben sind bei ihr aber auch die Reisen des Bachkreises nach China, sowie die Gründung des Mensavereins im Jahr 2002. Ihre Wege führten sie dann aber als Dezernentin zur Bezirksregierung Münster.

Auf sie folgte die langjährige Lehrerin und stellvertretende Schulleiterin Silke Kieslich, die bis zur frühzeitigen Pensionierung im Jahr 2013 das Gymnasium leitete. Die Sport- und Deutschlehrerin initiierte die Orchesterklassen, zudem fielen die Gründung der Anti-Rassismus-AG und die Umgestaltung der Toilettenräume unter ihre Ägide. Auch sie blieb dem Gymnasium in ihrem Ruhestand treu und jurierte unter anderem beim Vorlesewettbewerb.

Das trifft auch auf ihre Nachfolgerin in besonderer Weise zu. Bärbel Heidenreich, die zuvor die Mittelstufe koordiniert hatte und die Fächer Mathematik und Chemie unterrichtete. Bis 2021 zeichnete sie sich für die Führung des Gymnasiums verantwortlich. In ihre Amtsperiode fiel die Corona-Krise, die die Schulgemeinde vor bisher ungeahnte Herausforderungen stellte. Heute engagiert sie sich weiterhin stark im Mensavereins des Städtischen Gymnasiums.

Ihre Nachfolge trat 2021 die promovierte Anglistin Dr. Mirja Beutel an. Auch sie hatte noch mit den Nachwirkungen Coronas zu kämpfen. Die Biologie- und Englischlehrerin kann auf eine akademische Lehrlaufbahn zurückblicken und ermöglicht so neue Blickwinkel in der Schulorganisation.

Alle diese Persönlichkeiten haben die Schule auf ihre Weise geführt und geprägt. Wir hoffen weiterhin auf eine starke und gelungene Führung durch die aktuelle Schulleitung und durch andere Persönlichkeiten in der Zukunft.

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