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Marina Rünthe

Aus bergkamenwiki

Die Marina Rünthe ist ein Yachthafen in Rünthe. Das Westfälische Sportbootzentrum
ist ein Paradebeispiel für den Strukturwandel
im Ruhrgebiet.

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umbau
zum Sportboothafen Entdeckung des Freizeitwertes des Kanals


Idee zur Überführung des Industriehafens zu einer freizeitorientierten Nutzung


1993 Planung Sportboothafen


Juli 1995 offizielle Eröffnung

Lichtkunst im Hafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

“PULSLICHT”, die künstlerische “Licht”-Gestaltung der Marina Rünthe von Mischa Kuball, wurde 2007 installiert.

Die "Grundelemente" dieser Lichtplastik bilden acht Meter hohe Lampen. Zwei spezifische "Leuchtmittelcharakteristika" bestimmen die optische Wirkung der Arbeit: Zum einen sind es Strahler, die in Richtung Boden positioniert sind und die Wegebeleuchtung übernehmen. Zum anderen ist es "ein horizontal und nach oben abstrahlendes, gepulstes" Licht, das über eine Steuerungsanlage unterschiedliche Licht-Muster entstehen lässt. Über die reine Funktionsbeleuchtung wurde so ein Lichtkunstwerk geschaffen, das seine Wirkung nur für begrenzte Zeit und in unterschiedlichen Zeitabständen entfaltet.

Das PulsLicht ist täglich mit dem Einschalten der Straßenbeleuchtung für vier Stunden in Betrieb.

Yachthafen Marina Rünthe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier in Rünthe ist das westfälisches Sportbootzentrum "Marina Rünthe“.

Dieser ist der größte Sportboothafen bzw. Yachthafen in ganz NRW mit 320 Liegeplätze. Die meisten sind Motorboote, einige wenige sind Segler (nur als Liegeplatz oder in der Werft)

Dattel-Hamm-Kanal (DHK)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hafen ist am Datteln-Hamm-Kanal angeschlossen. Der Volksmund nannte ihn früher Lippe-Seiten-Kanal, da die Lippe und der Kanal parallel verlaufen und die Lippe den Kanal mit Wasser versorgt. (Aber auch andersherum)

Der erste Teilabschnitt des Datteln-Hamm-Kanals, einschließlich der Schleuse Hamm, wurde am 17. Juli 1914 für den Verkehr mit 600 t Schiffen freigegeben. 1926 begannen die Arbeiten für die Verlängerung des Kanals von Hamm nach Schmehausen. 1930 wurden die ersten Rammschläge an Spundwandbohlen zum Bau der Schleuse Werries ausgeführt. Nach Fertigstellung der Schleuse wurde der Schiffsverkehr am 23. August 1933 auf dem zweiten Teilstück des DHK bis Schmehausen aufgenommen. Der damals geplante Weiterbau bis Lippstadt wurde auf Grund des fehlenden Verkehrsbedürfnisses nie realisiert.

Heute kreuzen den Datteln-Hamm-Kanal auf einer Länge von 47,19 km. 48 Wege-, Straßen- und Eisenbahnbrücken, Eine Kohlenbahnbrücke, Zwei Rohrbrücken sowie 46 Düker und Durchlässe. Außerdem tragen zwei Sicherheitstore dafür Sorge, dass im Katastrophenfall nicht der gesamte Kanal ausläuft. Ein Tor davon steht in westlicher Richtung der Marina Rünthe.  Mit Hilfe der beiden Schleusen Hamm und Werries wird der Schifffahrt die Überbrückung eines Höhenunterschiedes von insgesamt 6,75 m ermöglicht.

Die wesentliche Funktion des DHK liegt in der Erschließung des nord-östlichen Ruhrgebietes mit den Industriegebieten um Lünen und Hamm bis Uentrop / Schmehausen mit den dortigen Kraftwerken. Diese Standorte entlang des DHK mit Ausstrahlung auf das Münsterland, das östliche Sauerland, Ostwestfalen und Nordhessen, gewinnen durch große Wettbewerbsfähigkeit der Häfen an Attraktivität für Wirtschaft und Industrie.

Bei Datteln mündete dieser Kanal in den Dortmund-Ems-Kanal. Durch die Kanäle Wesel-Datteln-Kanal, Rhein-Herne-Kanal ist Datteln somit der größte Kanalknotenpunkt Europas. Somit auch nach allen Weltmeeren offen. Der Yachthafen Marina Rünthe ist bei KM 23 angelegt worden. D.h., ca. die Mitte der gesamten Länge des Kanals.

Erbaut wurde dieser Kanal, in den Jahren 1911 und 1912.  Die Erdarbeiten wurden vorwiegend mit rund 200 Arbeitern, die zum großen Teil aus Kroatien und Italien stammten, durchgeführt. Bei der Planung des Kanals spielte dessen späteren Vorzügen als kostengünstiges Transportmittel für Massengüter keine Rolle. Er sollte vor allem das westdeutsche Kanalnetz mit Wasser versorgen. Beim Bau wurde der Kanal so angelegt, dass der Wasserspiegel ca. 80 cm unter Landniveau war.  Der Kanal wurde immer auf Niveau gehalten. Das Umland ist durch Bergsenkung die der Bergbau verursacht hat, abgesackt. Teilweise bis zu 15 Meter. Schön zu sehen auf der Nordseite in Westlicher Richtung.    

Die Abmessungen der heute auf dem Kanal zugelassenen Schiffseinheiten, erlauben in den vereinzelten Streckenabschnitten keinen Begegnungsverkehr. Aus diesem Grund wurde 1997 der Richtungsverkehr eingeführt, anfänglich über eine Kanalstrecke von ca. 18,6 KM, nach Fortschritt des Ausbaus mittlerweile nur noch über knapp 7 km. Diese "Einbahnstrecke" durchfahren die Schiffe abwechselnd im 1-Stunden-Takt in der Bergfahrt (Rtg. Hamm) in der Talfahrt (Rtg. Datteln) Für Schiffe, die ihr Fahrziel nicht erreicht haben, wurden zusätzliche Liegestellen geschaffen, die bis zum erneuten Wechsel der Fahrtrichtung angelaufen werden müssen.

Zur Historie des heutigen Yachthafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firma Klöckner Werke AG die die Zeche Königsborn und Zeche Werne betrieben, merken nach und nach, dass sich ihre Kohle auf dem Wasser wesentlich günstiger transportieren ließe. Durch eine Öffnung in der Eisenbahnbrücke, wurden die Kanalschiffe befüllt. Dies sollte eigentlich ein Provisorium sein, wurde aber mehrere Jahre praktiziert. Zwar wurden die Bauarbeiten für den Klöckner-Hafen im Herbst 1937 gestartet, kamen aber mit Ausbruch des 2. Weltkrieges zum Erliegen. Erst 1947 wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. Die ursprünglich geplante Anbindung des Rünthe-Hafens an die Zechenbahnlinie Werne–Königsborn, die 1940 betriebsbereit war, wurde dann aber nicht mehr realisiert. Ende 1956 erhielt der Hafen einen Turmdreh- und Verladekran. 1960 ermöglichte es die Klöckner AG anderen Unternehmen, sich im Hafen anzusiedeln. Somit wurden nun große Mengen von Baustoffen wie Kies, Sand, Transportbeton, Straßenbaumaterialien, Futtermittel und sogar Heizöl umgeschlagen. Der Hafen hatte sich in der ersten Hälfte der 60er Jahre zu einem „neuen Industrie- bzw. Wirtschaftsstandort von besonderer Bedeutung“ entwickelt. Aber Ende der 70ger Jahre hat er dann seine Bedeutung als Umschlagplatz für Massengüter weitgehend verloren. Nicht zuletzt wegen der relativ geringen Größe des landseitigen Hafengeländes sowie des Fehlens eines Gleisanschlusses war das Ende des Industriehafens vorhersehbar.

Im Rahmen des Initiativkreises Ruhrgebiet beabsichtigt die Inpro GmbH Anfang der 90ger Jahre die Errichtung einer ganzen Marina-Kette im Ruhrgebiet. Das Vorhaben in Bergkamen-Rünthe sollte hierbei als eines der ersten Projekte dieser Art, Pilotcharakter haben.

Der 1.Spatenstich zur Errichtung dieses Marina-Projektes wurde im Jahre 1991 vorgenommen.

Nach über 10 Jahren als Ruine, wurde dann in einem ersten Schritt die Industriebrache 1991/92 mit Infrastrukturfördermittel in Höhe von umgerechnet rd. 1,7 Mio. Euro großzügig gefördert. Hierbei wurden die äußere Erscheinung sowie der Hafenweg im östlichen Teil komplett neu errichtet. Dieser Förderantrag wurde noch von der Stadt Bergkamen gestellt. Wegen finanzieller Fehleinschätzung wurde das Inpro-Vorhaben, sehr schnell auf Eis gelegt. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) für den Kreis Unna und der Stadt Bergkamen haben daraufhin ein völlig neues Konzept entwickelt, dass darauf basiert, große Teile der Landfläche einer gewerblichen Bootsbezogenen Nutzung zuzuführen. Wasserseitig war hierbei die Errichtung eines großzügig angelegten Sportboothafens geplant, der nach Möglichkeit privat betrieben werden sollte.

Der auf dieser Projektidee aufbauende, zweite Infrastrukturförderantrag aus dem Jahre 1993 beinhaltet die Erschließung der ehemaligen Inpro-Flächen im westlichen Teil des Hafens, Bodenabtragungen, Spundwandbegradigungen sowie die landseitige Infrastruktur für die Bootliegeplätze. Ebenfalls wurden die ersten Promenadenflächen hergestellt. Darüber hinaus war für die Funktionsfähigkeit eines Sportboothafens ein Sanitärgebäude erforderlich Auf Grund der schwierigen Bodenverhältnisse (im weiten Teilen handelte es sich bei den Landflächen im Hafen um aufgeschüttete und nicht gründungsfähige Böden) hat die WFG im Jahre 1994 einen weiteren, einen dritten Förderantrag zum Standort gestellt, der die erhöhten Gründungsaufwendungen zu 80% durch öffentliche Fördermittel bezuschusste. Die verbleibenden 20% wurden von der Stadt übernommen.

Unter dem Namen „Westfälisches Bootszentrum“ wurde der Sportboothafen dann am 01.04.1995 inoffiziell eröffnet. Die offizielle Inbetriebnahme erfolgte dann 08.07.1995. Zu diesem Zeitpunkt standen rund 85 Bootsliegeplätzen zur Verfügung, die von dem Pächter des Hafens innerhalb kürzester Zeit, geplant waren 3 Jahre, komplett nach einem Jahr vermarktet waren. Nicht zuletzt wegen dieser außergewöhnlichen großen Nachfrage wurde im Jahre 1997 ein vierter Infrastrukturförderantrag gestellt, der die Erweiterung des Sportboothafens nach Osten sicherstellen sollte.

Der fünfte Förderantrag, der im Jahre 1999 gestellt wurde, beinhaltet u.a. die Komplettierung der Hafenpromenade Richtung Osten, Aufbereitung der Flächen, Spundwandbegradigungen, Bau einer Mole sowie die Verlegung der Anlagestelle der Santa Monika von der Nord– auf die Südseite des DHK.

Mit dem sechsten Förderantrag, der im Jahr 2004 gestellt worden ist, sollte das Projekt „Westfälisches Sportbootzentrum Marina Rünthe dann endgültig abgeschlossen werden. Dieser Förderantrag legte seinen Fokus insbesondere auf die Errichtung touristischer Einrichtungen, da sich der Standort zwischenzeitlich zu einem überregional bedeutsamen Leuchtturmprojekt entwickelt hatte.

Die ca. 35.000qm große Wasserfläche ist langfristig an den Hafenmeister Nustedde verpachtet. Die Privatinvestitionen des Pächters zusammen mit den öffentlichen Investitionen, haben diesen Standort zum größten und modernsten Sportboothafen in NRW gemacht.

Das gesamte Gewerbegebiet hier im Hafen, einschließlich der Wasserfläche, bis zum angrenzenden Naturschutzgebiet (NSG) Beversee im Süden, der Wernerstraße im Osten bis hin zum Fitnessstudio California hat eine Größe von ca.11ha

Das Hafenbecken hat 320 Liegeplätze im Wasser, 120 Winterliegeplätze davon ca. 30 unter Dach, sowie einer umfassenden Sportbootinfrastruktur mit Krananlage, Bootstankstelle Slipanlage und ein Hafenmeisterbüro.

Mit diesem Angebot genießt der Standort mittlerweile weit über die Region heraus, einen hervorragenden Ruf.

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